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Zur Geschichte der Brudermühle

Anno Domini 1314 wird die Brudermühle erstmals urkundlich in einem Schreiben des damaligen Domprobstes König Otto erwähnt. Sie war die Versorgungsmühle der Burg der Babenberger und dem ältesten Stadtkern Bambergs.

898 war Graf Adalbert von Babenberg mit seinen Brüdern Besitzer von Burg und Mühlen. 906 beschlagnahmte das Reich den Besitz der Babenberger  und überließ 975 Burg und Zubesitz dem bayerischen Herzog Heinrich dem Zänker.

Dessen Sohn und Erbe Kaiser Heinrich II. übergab beides als Morgengabe seiner Gemahlin Kunigunde von Luxemburg. 1007, als die Ehe kinderlos blieb, wurde das gesamte Königsgut als Schenkung dem neugegründeten Bistum Bamberg überlassen; dabei kam auch die Brudermühle in die Lehensherrschaft des Domkapitels. Dieses Besitzverhältnis blieb durch die Jahrhunderte bestehen. So betrug zum Beispiel 1406 die Gült 76 Sack Weizenmahlgut.


Durch die Nachbarschaft mit den Barfüßer-Bruder oder Franziskanerkloster bürgerte sich der Name „Mühle bei den Barfüßern“, „Mühle bei den Brüdern“ und „Untere Brudermühle“ ein.

Im Laufe der Jahrhunderte bewirtschafteten viele Müller die Brudermühle und kämpften immer wieder um die Wasser- und Fischrechte. Vier Mal brannte die Mühle bis auf die Grundmauern nieder.

Der heutige Bau wurde nach dem Brand 1762 errichtet und ist seither mit einer großartigen Hausmadonna -vermutlich aus der Werkstatt des Bildhauers Leonhard Gollwitzer – geschmückt. Als Mehlmühle wurde die Brudermühle bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben.

1888 übernahm die Stadt Bamberg das Gebäude und richtete hier ihr erstes Wasserwerk ein. Die alten Wasserräder dienten später auch noch zur Stromgewinnung. 1922 wurde dieses Wasserwerk stillgelegt und dafür hier eine städtische Zählerprüfstelle eingerichtet. Im Jahre 1976 kauften Toni Schenk, Sophia und Wolfram Zachert die Brudermühle und sanierten das ehrwürdige Haus nach streng denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

Am 30. Mai 1980 konnten die ersten Gäste aus den Partnerstädten Villach und Rodez von Erna und Georg Vogler begrüßt werden. Erst am 17. Oktober 1980 wurde das revitalisierte Haus der Bamberger Öffentlichkeit vorgestellt. Seither hat Familie Vogler Bamberger Tradition und moderne Gastronomie in harmonischen Einklang gebracht. Die Brudermühle ist ein beliebter Treffpunkt zum geselligen Beisammensein, das belegen auch die vielen Eintragungen prominenter Besucher in das Gästebuch des Hauses, wie zum Beispiel:

Richard von Weizäcker, Bernhard Vogel, Lothar Späth, Henry Kissinger, Barbara Rütting, Hannelore Kohl, Erzbischof Elmar Maria Gredel, Reinhard May, Peter Wackel, Karl-Heinz Böhm, Hardy Krüger sen., Günter Strack, Karel Gott, Gustl Bayrhammer, Eberhard Feick, Max Schautzer, Carolin Reiber, Heinz Sielmann, Kai Pflaume, Klaus Augenthaler, Tatjana Gsell mit Prinz von Hohenlohe und natürlich das unvergleichliche Bamberger SAMS.

Oktober 1982 wurde der linke Regnitzarm entlang der Brudermühle wegen Baumaßnahmen trocken gelegt. 


Im Jahr 2002/2003 bekam die Brudermühle Zuwachs durch den Umbau des  gegenüberliegenden Gebäudes zum Gästehaus Mehlwaage. Die Mehlwaage war Jahrhundertelang die amtliche Zähl-und Wäagestelle für die Müller an der Regnitz. Die Familie Vogler baute die Mehlwaage in mühevoller Kleinstarbeit, mit Liebe zum Detail, zum Gästehaus um. Die 4 Apartments, „Rottmeister“, „Zaubergarten“, „Rotkäppel“ und „Geyerswörthblick“ bieten mit dem Ausblick auf das Alte Rathaus, Schloß Geyerswörth, den DOM und das Mühlenensemble BAMBERG PUR.

Die ersten Gäste konnten im April 2003 begrüßt werden.
Im Jahr 2005 feierte die Brudermühle und die Familie Vogler Ihr 25-jähriges Jubiläum. 3 Tage hat Familie Vogler zum 1. Bamberger Schinkenfest und Jubiläum mit Stimmung und Musik an der Schranne eingeladen. Eine Reise für 2 Personen wurde verlost und für die Kleinsten wurde ein Ballonweitflugwettbewerb veranstaltet. Der am weitesten geflogene Luftballon landete in Frankreich.

Familie Vogler & Mitarbeiter